Titel: Fischerboote (Les perches à thons)
Datierung: 1911
Format: 39,60 cm x 27,50 cm
Gattung: Grafik
Erwerbungsjahr: 1914
Verbleib: Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln
Technik: Kohle & Aquarell auf Papier
Museumsdirektor bei Erwerb: Alfred Hagelstange
Alfred Flechtheim und Paul Signac
Der französische Maler und Grafiker Paul Signac gehört zu den bedeutendsten Künstlern des Neoimpressionismus beziehungsweise Pointillismus. Unter anderem durch Claude Monet lernte Signac zunächst den Impressionismus kennen. 1884 machte er die Bekanntschaft mit Georges Seurat, der ihn stark beeinflusste. Intensiv setzte er sich mit der Farbtheorie und der Wirkung reiner, unverbunden nebeneinander gesetzter Farbpigmenten auseinander. Dazu publizierte Signac 1899 eine wegweisende Schrift. Ihm und Seurat schlossen sich Camille Pissarro und andere an. Seit 1892 lebte Signac abwechselnd in St. Tropez und Paris, unterbrochen von langen Seereisen. In hellen und leuchtenden Farben malte er Landschaften, Meeres- und Hafenansichten.
Ab 1933 wurden die Werke Signacs in Deutschland verfemt und 1937 von den Nationalsozialisten in deutschen Museen als "entartet" beschlagnahmt.
1898 wurde Signac 1898 erstmals in der Galerie Keller & Reiner in Berlin einem breiten deutschen Publikum vorgestellt. Es folgten Ankäufe seiner Werke durch Karl Ernst Osthaus für das Folkwang-Museum in Hagen und Hugo von Tschudi für die Nationalgalerie Berlin. Kontakt zum Künstler hielt unter anderem Harry Graf Kessler, der 1903 die Eröffnungsausstellung des Großherzoglichen Museums für Kunst und Kunstgewerbe in Weimar unter dem Titel Deutsche und französische Impressionisten und Neoimpressionisten organisierte. In der Kölner Sonderbundausstellung wurde Signac mit 18 Arbeiten im neoimpressionistischen Saal als Wegbereiter der Moderne gewürdigt. Im Rahmen der Eröffnungsausstellung seiner Düsseldorfer Galerie präsentierte Alfred Flechtheim 1913 Werke Signacs und war nur wenige Monate später Leihgeber von Signacs Werken für die Deutsche Werkbund-Ausstellung in Köln. Flechtheim bezog Werke von Signac über Daniel-Henry Kahnweiler für seine Galerien, zwischen September 1920 und September 1921 mindestens 33 Werke. Nach einer achtjährigen Pause zeigte er ab 1928 wieder Werke des Künstlers.